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Albumbeschreibung:

Die Grenze zwischen Bawinkel und dem nördlich benachbarten Kirchspiel Bokeloh zählte zu den Grenzabschnitten zwischen der Grafschaft Lingen und dem münsterischen Amt Meppen, deren genauer Grenzverlauf lange Zeit umstritten war. Die Bauernschaft Bramhar war in einen münsterischen Teil (Bramhar-Meppen) und einen Lingener Teil (Clusorth-Bramhar) geteilt. In den weitläufigen Niederungen des Ochsenbruches standen nur wenige Grenzpfähle in weitem Anstand.


Zwischen Biene und Geeste setzten die Markengemeinden 1825 zur Beendigung ihrer langjährigen Grenzstreitigkeiten 17 Markensteine, die dort gleichzeitig die Grenze der Ämter Lingen und Meppen markierten. Im östlich anschließenden Raum Bramhar und Bawinkel wurden im 19. Jahrhundert weitere Grenzsteine zwischen den Ämtern Lingen und Meppen aufgestellt. Die Anzahl und die Standorte dieser Steine sind nicht mehr bekannt, doch in einem Dokument von 1846 wird von drei umgestürzten Grenzsteinen an der Amtsgrenze zwischen Bawinkel und Bramhar berichtet.


Am südlichen Ortsausgang von Bramhar-Meppen ist einer dieser Grenzsteine erhalten. Er zeigt auf der Nordseite den Schriftzug „MEPPEN“ und auf der Südseite die Namen „LINGEN“ und „BAWINKEL“ sowie den Rest einer nicht mehr leserlichen Nummer. Da Bramhar zum Kirchspiel Bokeloh und nicht zum Kirchspiel Meppen gehörte, kann mit Meppen nur das Amt Meppen gemeint sein, mit Lingen das Amt Lingen und mit Bawinkel das Kirchspiel oder die Markengemeinde.


Ein ähnlicher Stein steht nördlich der B 213 zwischen Bawinkel und Klosterholte. Dies war der östlichste festgelegte Punkt des Kirchspiels Bokeloh und gleichzeitig des Amts Meppen, denn der östlich anschließende Gelsbruch war lange Zeit zwischen Bawinkel, Haselünne und Klosterholte umstritten. Die nach Klosterholte weisende Seite des Steins zeigt den Schriftzug „MEPPEN“, die Gegenseite den Ortsnamen „BAWINKEL“. Der Amtsname Lingen fehlt hier. Der Grenzverlauf zwischen den Ämtern Lingen, Meppen und Haselünne war in diesem Bereich um die Mitte des 19. Jahrhunderts noch nicht endgültig geklärt, so dass an diesem vorläufigen Grenzpunkt kein offizieller „Dreiämterstein“ aufgestellt werden konnte.

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